Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Nordhorn

Erklärung der ACK-Nordhorn (März 2019)

 

Der Sonntag ist für den Menschen da!

In der Diskussion um verkaufsoffene Sonntage weisen wir als ACK-Nordhorn darauf hin, dass nach christlicher Überzeugung der Sonntag als Ruhetag für den Menschen da ist (Mk 2,27). Dabei hat dieses Grundanliegen den ganzen Menschen im Blick. Neben der körperlichen Erholung sowie dem Wert der gemeinsam verbrachten freien Zeit, weisen wir auf weitere für den Einzelnen wie für unsere Gesellschaft grundlegende Anliegen hin.

Der Sonntag schützt die Würde des Menschen.
Der Mensch ist in erster Linie ein von Gott geschaffenes, beschenktes Wesen (1.Mose 1). Darin liegen seine Kraft und seine Würde. Wenn wir den Sonntag missachten, besteht die Gefahr, den Menschen unkritisch allein nach dem gesellschaftlichen Wert zu bemessen.

Der Sonntag als Ruhetag stärkt das Bewusstsein, dass wir Menschen auch ohne den von der Gesellschaft anerkannten Wert da sein dürfen und wertvoll sind (2.Mose 20).

Der Sonntag schützt die Freiheit des Menschen
Der Sonntag erinnert in biblischer Sicht an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten (5. Mose 5). Der Mensch wird nicht nur von Notwendigkeiten und Sachzwängen bestimmt. Gott schenkt uns Leben und Freiheit. Wenn wir den Sonntag missachten, besteht die Gefahr, uns selbst und andere immer stärker als Räder im Getriebe zu verstehen und die von Gott geschenkte Freiheit zu verlieren.

Der Sonntag als Ruhetag stärkt das Bewusstsein, in erster Linie das in Gott geborgene, freie Wesen zu sein.

Der Sonntag schützt die Hoffnung des Menschen
Die Christenheit feiert den Sonntag als Tag der Auferstehung Christi (Joh 20,9; Apg 20,7). Damit verbindet sich die Perspektive, dass die Begrenzungen des Lebens durchbrochen sind. Der Mensch ist mehr als er ist – er ist schließlich mehr als nur die Summe seines irdischen Lebens. Wenn wir den Sonntag missachten, besteht die Gefahr, dass der Mensch nur noch das Hier und Jetzt sieht und darüber die Hoffnung verliert.

Der Sonntag als Ruhetag hält die Perspektive offen, dass der Mensch mehr ist als es sich ihm zum jetzigen Zeitpunkt erschließt.


Würde, Freiheit und Hoffnung der Menschen brauchen Orte und Zeiten, um gesellschaftlich relevant zu werden.

Der für den Menschen gemachte Sonntag braucht eine Gesellschaft, in der seine Bedeutung zur Entfaltung kommen kann. Erholung und Gemeinschaft, aber auch Würde, Freiheit und Hoffnung brauchen Zeiten und Orte, in denen diese Werte gelebt und dadurch erlebt werden können.

Daher treten wir für einen Sonntag ein, der so weit wie möglich von Arbeit frei gehalten wird und so dem Menschen dient.


Die ACK-Nordhorn (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nordhorn) bildet den Zusammenschluss von zurzeit 5 Konfessionen in Nordhorn. Mitglieder sind (in alphabetischer Reihenfolge): Ev.-altref. Kirchengemeinde, Ev. -Freikirchliche Gemeinde (Baptistenkirche) Ev.-luth. Kirchengemeinden (Christus- und Kreuz-Kirchengemeinde, sowie Martin-Luther Kirchengemeinde); Ev.-ref. Kirchengemeinden Nordhorn und Brandlecht und die Römisch-kath. Stadtpfarrei St. Augustinus. (siehe auch www.ack-nordhorn.de)

 

Neue Homepage der ACK Grafschaft Bentheim zeigt alle Grafschafter Kirchen (s. unter "Links").

 

 

Erklärung zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts 2018

 

Alles hat seine Zeit!

Die Kirchengemeinden in Nordhorn sprechen sich dafür aus, das Weihnachtsgeschäft und den Weihnachtsmarkt erst am Montag vor dem 1. Advent zu eröffnen. Damit verbindet sich die Absicht, den letzten Sonntag vor der Adventszeit für andere grundlegende Anforderungen des Lebens freizuhalten. Er erinnert an das Ende des Lebens. Die Bezeichnung als „Totensonntag“ nimmt die eine Seite des Lebensendes in den Blick. Die Benennung dieses Sonntags als „Ewigkeitssonntag“ oder „Christkönigsonntag“ betont auf der anderen Seite die Hoffnung, die Menschen haben dürfen, wenn ihnen alles aus der Hand genommen wird.

Die Auseinandersetzung mit dem Ende des Lebens ist für uns Menschen unausweichlich. Für ein gelingendes Leben ist die Beschäftigung mit dem Tod und der Hoffnung über den Tod hinaus wesentlich. Eine Gesellschaft, die für diesen Teil des Lebens Zeit lässt, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verankerung und Orientierung des Lebens.

Viele besuchen an diesem letzten Sonntag vor dem 1. Advent die Gräber ihrer Verstorbenen. Dem Gedenken derer, die nicht mehr leben, wie auch der Trauer der Hinterbliebenen tut es gut, wenn dafür öffentlich Zeit eingeräumt wird.

Daher treten wir dafür ein, dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent weiterhin seinen wichtigen Platz zu lassen. Anschließend haben die Advents- und Weihnachtsangebote ihre Zeit. Sie stärken ihrerseits den Gedanken, dass Gott in Jesus Christus auch vor dem Ende Licht in das Dunkle dieser Welt bringt. Alles hat seine Zeit! – oder auch: Alles hat SEINE Zeit!

ACK-Nordhorn
(Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Nordhorn ist die Gemeinschaft der Evangelisch-reformierten, Evangelisch-lutherischen, Evangelisch-Freikirchlichen, Evangelisch-altreformierten und Römisch-katholischen Kirchen in Nordhorn.) (NOH, den 21.11.2018)

 

 

Erklärung der ACK-Nordhorn zur Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer

Die ACK-Nordhorn (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nordhorn) bildet den Zusammenschluss von zurzeit 5 Konfessionen in Nordhorn. Mitglieder sind (in alphabetischer Reihenfolge): Ev.-altref. Kirchengemeinde, Ev. -Freikirchliche Gemeinde (Baptistenkirche) Ev.-luth. Kirchengemeinden (Christus- und Kreuz-Kirchengemeinde und Martin-Luther Kirchengemeinde); Ev.-ref. Kirchengemeinden Nordhorn und Brandlecht und die kath. Stadtpfarrei St. Augustinus.

Am Mittwoch, den 12.09.2018 hat die Mitgliederversammlung der ACK-Nordhorn folgende Erklärung verabschiedet:

 

Nordhorn leuchtet

Mit der Aktion „Nordhorn leuchtet“ haben viele Menschen in der Stadt im September 2018 ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Demokratie gesetzt. Die ACK Nordhorn unterstützt diese Aktion und dieses Anliegen aus voller Überzeugung.

Als Christen wie auch als Kirche insgesamt sind wir gerufen, uns an die Seite all derer zu stellen, die unter Ausgrenzung, Ungerechtigkeit, Hunger und Verfolgung leiden. Das gilt für Einheimische und Fremde. Das Engagement vieler Christinnen und Christen wie auch der kirchlichen Werke (wie z.B. Diakonie und Caritas, Misereor und Brot für die Welt) soll diesem Auftrag entsprechen. Wir sind froh und dankbar für alles, was geschehen kann – wissen aber zugleich, dass immer auch noch viel mehr zu tun wäre.

Die Aktion „Nordhorn leuchtet“ galt auch dem Schutz derer, die durch Flucht zu uns gekommen sind. Den Fremden zu schützen, ist wiederholte und wesentliche Forderung der biblischen Botschaft, die sich u.a. in den 10 Geboten wiederfindet. Als Kirche auf der Seite der Schwachen und der Fremden zu stehen, ist grundlegender Ausdruck unseres Selbstverständnisses.

In der globalisierten Welt wird uns aber nicht nur der Notleidende in der Nähe, sondern auch der in der Ferne vor Augen gestellt. Wir sehen die Not der Menschen in weiten Teilen der Welt und auch die vor den Toren Europas. Besonders belastet uns als europäische Christinnen und Christen die Situation der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Tausende sind in den vergangenen Jahren im Mittelmeer ertrunken. Wenn mögliche Hilfe unterbleibt, wird es viele Tote geben, die hätten gerettet werden können. Die Flüchtlinge im Mittelmeer gehen uns unmittelbar etwas an.

Als Kirche erkennen wir das Ringen der Politik und der Gesellschaft, inmitten der notwendigen Hilfe für Flüchtlinge und dem Wohl des Landes einen guten Weg zu gehen. Eine Berücksichtigung der Situation möglichst aller (der Flüchtlinge wie auch der Einheimischen) ist unentbehrlich. Wo es aber um Leib und Leben geht, muss jedes Abwägen zurücktreten. Ein Menschenleben ist nicht verrechenbar. Hier kann es nur noch um diejenigen gehen, die ernsthaft um ihr Leben fürchten müssen.

Wir bitten die Politik und die Gesellschaft darum, in der ausweglosen Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer nach Wegen zu suchen, diesen Menschen zu helfen. Einen für uns in Nordhorn möglichen ersten Schritt sehen wir darin, dem Bündnis der Städte beizutreten, die bei der Bundesregierung eine Aufnahme der auf dem Mittelmeer befindlichen Flüchtlinge zugesagt haben.